Sammel- und Abfallbilanz der AWG 2006

FÜR DAS STADTGEBIET WUPPERTAL

Das Verbot der Ablagerung von unbehandelten Abfällen auf Deponien im Jahre 2005 hat zu erheblichen Verlagerungen im bundesdeutschen Entsorgungsmarkt geführt. In der Folge verzeichneten die bundesdeutschen Müllverbrennungsanlagen, so auch das Müllheizkraftwerk der AWG, in den Jahre 2005 und 2006 eine Steigerung der Verbrennungsmengen gegenüber den Vorjahren. Diese Steigerung hat aber auch im Jahr 2006 keine Entsprechung im Sammelergebnis aller Abfälle aus privaten Wuppertaler Haushalte - nur diese werden in der beigefügten Sammel- und Abfallbilanz betrachtet - gefunden.

Nunmehr (Jahr 2006) belaufen sich die durchschnittlich gesammelten Mengen von "Abfällen zur Verwertung" und "Abfällen zur Beseitigung" auf 403 kg pro Wuppertaler Einwohner und Jahr. Mit diesem Wert liegt Wuppertal, wie in den Vorjahren, weit unter dem landesweiten oder gar bundesweiten Durchschnitt, der sich konstant bei über 460 kg pro Einwohner und Jahr befindet.

Blickt man auf die Teilergebnisse der Sammelmengen für Haus- und Sperrmüll, so zeigen sich ein leichter Rückgang der Hausmüllmengen und ein Ansteigen des Sperrmüllaufkommens. Dies ist vor allem das Ergebnis der Sammlung von Sperrmüll an den vier Wuppertaler Recyclinghöfen, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich, im Jahre 2006 allerdings überproportional, angestiegen sind. Festzustellen ist allerdings der Zufluss von immer mehr Materialien aus den Umlandgemeinden, besonders von Sperrmüll. Der Umfang ist inzwischen auf ein bedenkliches Maß gewachsen. Dem wird die AWG entgegen zu steuern haben.

Insgesamt erfreuen sich die Wuppertaler Recyclinghöfe weiterhin hoher Beliebtheit. Die Besucherzahl erreicht im Jahre 2006 fast 170.000 Besucher auf den vier Recyclinghöfen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Betrieb des Recyclinghofes Korzert durch umfangreiche Umbauarbeiten zeitweise nicht im vollen Umfang stattfinden konnte. Mittlerweile ist der Umbau abgeschlossen und der Recyclinghofs Korzert kann eine verbesserte Serviceleistung anbieten. Dieses Ergebnis zeigt, dass die Recyclinghöfe ihren festen abfallwirtschaftlichen Stellenwert bei den Bürgern Wuppertals gefunden haben.

Der steigende Mengendurchsatz an den Recyclinghöfen besonders die steigenden Sperrmüllmengen und die weiterhin sehr hohen Mengen an Grünschnitt und Gartenabfällen und weiter steigende Besucherzahlen rechtfertigen Überlegungen der Barmer Bezirksvertretung, im zentralen Barmer Raum einen weiteren Recyclinghof zu errichten.

Die unter Punkt 13 der Anlage dargestellten "Müllmengen im Jahresvergleich" zeigen eine deutliche Verschiebung von den "Abfällen zur Beseitigung" hin zu "Abfällen zur Verwertung". Dies begründet sich damit, dass der Wuppertaler Sperrmüll nun weitestgehend der mechanischen Aufbereitungsanlage der USB Bochum im Rahmen des EKOCity-Verbunds zugeführt wird. Der Sperrmüll wird in dieser Anlage zu Ersatzbrennstoffen aufgearbeitet ("verwertet"). Restmengen von nicht zur Verwertung geeignetem Sperrmüll werden weiterhin im MHKW Korzert beseitigt.

Die Anzahl der Bioabfallbehälter konnte auch im Berichtsjahr weiter gesteigert werden. Damit korrespondiert die Erhöhung der Menge der über die Bioabfalltonne gesammelten Materialien, die ebenfalls eine Steigerung um ca. 400 Tonnen erfuhr.

Die Wertstoffsammlung von Altglas und Leichtstoffverpackungen liegen seit 2005 nicht mehr in der Hand der AWG. Die dargestellten Ergebnisse beziehen sich auf Angaben der nun damit beauftragten Unternehmen. Somit scheint sich die Jahressammelmenge von Altglas zu stabilisieren, während die Sammelmenge von Leichtstoffverpackungen einen deutlichen Rückgang erfuhr. Die weiterhin von der AWG durchgeführte Altpapiersammlung entwickelte sich im Berichtsjahr positiv und kann ein um ca. 800 Tonnen gesteigertes Sammelergebnis vorweisen. Dies hat weiterhin die Folge, dass steigende Erlöse aus der Altpapiersammlung aus Wuppertaler Abfallgebührensicht als erfreulich anzusehen sind.

Bei der Elektro-/Elektroniksammlung (Vergleiche Punkte 6 bis 9 der Anlage) ist mit dem Inkrafttreten der Elektro-/Elektronikschrottgesetzes zum 23. März 2006 eine neue Situation eingetreten. In Wuppertal sammelt die AWG, wie bisher, weiterhin die Elektrogroß- und Kleingeräte über die Sperrmüllsammlung mit eigenen Fahrzeugen, und über die vier Recyclinghöfe ein. Zusätzlich sammeln eine ganze Reihe Wuppertaler Elektroeinzelhändler diese Materialien in Kooperation mit der AWG und bieten damit ihren Kunden einen erweiterten Service an. Die Materialien werden an der gesetzlich vorgeschriebenen vorgesehenen Übergabestelle an die für die Verwertung weiter verantwortlichen Hersteller (Stichwort: "geteilte Produktverantwortung") in fünf Gruppen separiert überlassen. Den Betrieb dieser Übergabestelle hat die Stadt Wuppertal durch die AWG an die GESA übergeben. Die Neuorganisation konnte in Wuppertal, flankiert durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit der AWG, problemlos umgesetzt werden, zumal sich für die Bürgerinnen und Bürger unter dem Strich eine Verbesserung der Serviceleistung ergeben hat.

Besonders die Einbeziehung der Einzelhändler hat für die Materialgruppe "Elektronikschrott/Kleinteile" zu einer erheblichen Steigerung dieser Fraktion geführt. Auch ist die steigende Zahl von Fernsehern/Computerbildschirmen im Berichtjahr ist auffällig. Wie in den Vorjahren ist das Sammelergebnis für die "Weiße Ware" auch im Jahre 2006 auf weiterhin niedrigem Niveau. In diesem Zusammenhang machen sich besonders die hohen Schrottpreise bemerkbar.

Das insgesamt hohe Sammelergebnis für Elektroaltgeräte katapultiert Wuppertal erneut in die bundesweite Spitzengruppe bei den Sammelergebnissen: Mit 7,82 kg Elektroaltgeräte pro Wuppertaler und Jahr behauptet Wuppertal damit wiederum einen Podiumsplatz. Das Gesetz fordert im Übrigen eine durchschnittliche Sammelquote von 4 kg/Einwohner/Jahr. Sicher auch das Ergebnis der "bequemen" haushaltsnahen Abholung dieser Materialien und des insgesamt bürgerfreundlichen Wuppertaler Sammelsystems.

Die komplette Abfallbilanz können Sie im PDF-Format hier downloaden: Abfallbilanz 2004 (PDF-Format)

Stand: 18.11.2017