Abfallwirtschaft

Sammel- und Abfallbilanz der AWG 2005

FÜR DAS STADTGEBIET WUPPERTAL

Zur Erläuterung:

Trotz der erheblichen Verwerfungen im bundesdeutschen Entsorgungsmarkt im Jahre 2005, die mit dem Verbot der Ablagerung von unbehandelten Abfällen auf Deponien zum 01.06.2005 zusammenhängen, und die sich in einer 2005 gegenüber den Vorjahren erhöhten Verbrennungsleistung von Gewerbeabfällen u.a. im Heizkraftwerk der AWG niederschlagen, sind für das Wuppertaler Stadtgebiet bei der Sammlung von Haus- und Sperrmüll aus Privathaushalten - nur diese werden in der beigefügten Abfallbilanz betrachtet - keine eklatanten Abweichungen zum Sammelergebnis 2005 festzustellen. Die Abfallmenge aus dem Stadtgebiet Wuppertal entwickelte sich, absolut betrachtet, rückläufig, legt man die Abfallmenge pro Kopf zugrunde, sowohl für das Haus- wie auch für das Sperrmüllaufkommen gleich bleibend.

Die Sortierung eines Teils des Wuppertaler Sperrmülls durch die GESA endete zum 31.05.2005. Danach wurde der Sperrmüll im Rahmen der EKOCity-Kooperation in die mechanische Aufbereitungsanlage der USB nach Bochum verbracht und dort behandelt. Die Anlage hat ihren Regelbetrieb planmäßig zum 01.06. 2005 aufgenommen.

Wiederum gesteigert werden konnte der Anteil der Bioabfälle, die einer Verwertung zugeführt wurden. Dies liegt zum einen an einer weiteren Aufstockung der Zahl der aufgestellten Bio-Abfalltonnen, zum anderen aber vor allem an den wiederum um ca. 700 Tonnen gestiegenen Grünschnittsammelmengen an den Recyclinghöfen im Wuppertaler Stadtgebiet. Erstmalig rückläufig sind in diesem Zusammenhang die Mengen des abgegebenen Kompostes, der aus den Bioabfällen der Wuppertaler gewonnen wird.

Die Recyclinghöfe haben sich in Wuppertal etabliert. Auch im Jahre 2005 nahmen ca. 140.000 Besucher die Serviceleistungen der 4 Recyclinghöfe der AWG in Anspruch. Dabei setzte sich der Trend fort, den Grünschnitt direkt auf den Recyclinghöfen anzuliefern und dementsprechend die turnusmäßigen Grünschnittsammlungen im Frühjahr und Herbst des Jahres weniger intensiv in Anspruch zu nehmen.

Die Sammlung von Glas und Leichtstoffverpackungen (LVP) im Rahmen des Systems "Duales System" wurde im Jahre 2005 erstmalig nicht von der AWG durchgeführt. Dem entsprechend beruhen die dargestellten Zahlen auf Angaben der von der DSD mit diesen Aufgaben betrauten Unternehmen. Beachtenswert ist, dass im Zusammenhang mit der "Wertstoffsammlung Leichtstoffverpackungen" der Anteil der Sortierreste gegenüber den Vorjahren um ca. 800 t angestiegen ist. Gleich bleibend war demgegenüber die Menge der aussortierten Wertstoffe. Die Sammelmenge ?Altpapier? hielt sich auf Vorjahresniveau, wobei festzustellen ist, dass die Vermarktungserlöse für Altpapier diese Sammlung weiterhin auch wirtschaftlich interessant machen.

Im Bereich der separaten Elektro-/Elektroniksammlung ist das Sammelergebnis bemerkenswert. Während die Sammelmenge der Kühlschränke in etwa gleich blieb, hat sich im Bereich der ?Weißen Ware? ein erheblicher Rückgang bemerkbar gemacht.

Der enorme Rückgang des kommunalen Sammelergebnisses für "Weißer Ware" auch im Jahre 2005 ist u.a. die Folge der gestiegenen Schrottpreise, in deren Folge eine Vielzahl der Altgeräte die Wertstoffsammlung der AWG nicht mehr erreichen.

Auffällig sind im o.a. Zusammenhang die stark gestiegenen Zahlen für den Bereich der Fernseher/Computerbildschirme. Hierbei machen sich offensichtlich auch der technische Wandel und ein entsprechendes Konsumverhalten der Bürger bemerkbar.

Im Zusammenhang mit dem Ergebnis der Elektro-/Elektroniksammlung ist festzuhalten, dass Wuppertal weiterhin, auch im bundesweiten Vergleich, mit fast 7 Kilo Elektroaltgeräte/pro Einwohner im vergangenen Jahr wiederum einen bundesweiten Spitzenplatz einnimmt. Dieses hervorragende Ergebnis resultiert aus der Bereitschaft der Wuppertaler im Bereich der Elektroaltgeräte die Trennvorgaben zu beachten; ist aber sicher auch der Erfolg des Wuppertaler Sammelsystem mit der haushaltsnahen Abholung dieser Abfallfraktionen.

Zusammenfassend ergeben sich im Jahre 2005 sowohl hinsichtlich der Aufrechnung der "Abfälle zur Beseitigung", wie auch der "Abfälle zur Verwertung" kaum Unterschiede gegenüber dem Vorjahr. Der Wuppertaler Bürger hat pro Kopf und Jahr auch im vergangenen Jahr fast 400 Kilo Abfälle aller Art an die AWG zur Entsorgung abgegeben.

Dass die Wuppertaler Bevölkerung abfall- und umweltbewusst ist, zeigt der kommunale Vergleich. Legt man die leider erst für das Jahr 2004 zur Verfügung stehenden Vergleichszahlen*) des Landes (Abfallbilanz Nordrhein-Westfalen 2004) zu Grunde, so verzeichnet die Wuppertaler Sammelbilanz ein unterdurchschnittliches Ergebnis. Betrachtet man die großstädtischen Regionen, so bildet Wuppertal, mit ca. 50 kg/Einwohner weniger Müll als der Landesdurchschnitt, wie in den Vorjahren, zusammen mit Bochum das Schlusslicht.

Wuppertal, im März 2006

 

*) Leider folgt die Landesstatistik nicht der o.a. Zuordnung der Abfälle, sondern bezieht weitere Abfälle mit ein, die die AWG in ihrer Aufstellung nicht den Privathaushalten zugeordnet hat, wie z. B. Straßnreinigungsabfälle. Auch liegt die durch das Land zugrunde gelegte Bevölkerungszahl weit unter der von der Stadt Wuppertal ermittelten Zahl. Deshalb liegen die 'Pro-Kopf-Ergebnisse' durchschnittlich um etwa 10% Über den von der AWG ermittelten Werten.

Die komplette Abfallbilanz können Sie im PDF-Format hier downloaden: Abfallbilanz 2004 (PDF-Format)

Stand: 18.11.2017