Sammel- und Abfallbilanz der AWG 2012

FÜR DAS STADTGEBIET WUPPERTAL

Die Sammel- und Abfallbilanz (*) der AWG konstatiert für das Jahr 2012 eine merkliche Reduzierung der Haus- und Sperrmüllmengen. Mit 400 kg pro Wuppertaler Einwohner und Jahr liegt das Ergebnis damit weit unter der aktuellsten vom NRW Umweltministerium („Abfallbilanz für die Jahre 2008 und 2009“) - mit 470 kg/E im Jahre 2009 angegebenen vergleichbaren Menge der Haushaltsabfälle. Die Abfall- und Sammelbilanz 2011 dokumentiert die Abfallmengen, die die AWG im Rahmen ihrer Straßensammlung und an ihren Recyclinghöfen aus Wuppertaler Privathaushalten gesammelt hat. Nicht erfasst sind alle Abfallmengen, die nicht der Überlassungspflicht an die Stadt Wuppertal unterliegen oder nicht der AWG angedient werden müssen. Dies gilt vor allem für die Abfälle aus Handel, Industrie und Gewerbe, aber auch für bestimmte Abfälle aus Privathaushalten, beispielsweise Bauschutt oder Abfälle aus Haushaltsauflösungen. Solche Abfälle, die von privaten Dritten (z. B. Containerdiensten) entsorgt werden, werden auch nicht immer im Müllheizkraftwerk Korzert entsorgt, vielmehr sind die Entsorgungswege der gewerblichen Müllentsorger sehr individuell und unterschiedlich. Deshalb gibt die Abfall u-Sammelbilanz nur einen, in der Gesamtschau zwar sehr großen, aber eben nicht vollständigen Überblick über das Abfallgeschehen in Wuppertal.

Der Rückgang der Haus- und Sperrmüllmengen (bei gleichzeitiger relativer Konstanz der Sammelmengen von Verwertungsabfällen) ist kein Wuppertaler Phänomen, sondern ist ebenso im EKOCity-Verbund, wie auch bundesweit zu beobachten, ohne dass der eine schlüssige Grund angegeben werden kann. Offensichtlich sind die Mengenrückgänge Ausdruck verän-derter (abfallverringernder) Konsumgewohnheiten.

Die Sammlung von Bioabfällen findet eine stetige Steigerung in Wuppertal - die Anzahl der Bioabfallbehälter konnte wieder um ca. 2.100 gesteigert werden - nunmehr sind fast genau 22.000 Behälter aufgestellt.

Die Wuppertaler Recyclinghöfe erfreuen sich einem konstanten Zuspruch mit wieder fast 155.000 Anlieferern. Nach einer explosionsartigen Steigerung der Anliefermengen von vor allem Sperrmüll und Bauschutt hat die AWG, beginnend im September 2012, alle Anlieferungen dieser Materialien rigoros auf private Anlieferer beschränkt, und die relativ wenigen, aber jeweils große Mengen entsorgenden (verdeckten) gewerblichen Anlieferer (**) an das MHKW bzw. private Entsorger verwiesen. Die Anliefermengen auf den Recyclinghöfen sind für diese Abfallfraktionen im 4. Quartal 2012 um ca. 30% zurückgegangen. Bei der Bevölkerung und in den Medien wurde diese Maßnahme ganz überwiegend positiv aufgenommen. Rein wirtschaftlich betrachtet konnte allein schon der logistische Aufwand an den Recyclinghöfen merklich reduziert werden.

In diesem Zusammenhang werden die Bemühungen der AWG Fremdanlieferungen aus Nachbarstädten zu unterbinden, weiter aufrecht erhalten.

Die nachfolgende Aufstellung zeigt die Entwicklung einzelner Abfallarten exemplarisch im Bezug auf Einwohnerzahl und Jahr:

Ausgesuchte Abfälle pro Einwohner u. Jahr in Wuppertal
  2009 2010 2011 2012
Haus- u. Sperrmüll (Summe) 256,9 kg/E/Jahr 256,7 kg/E/Jahr 254,0 kg/E/Jahr 240,9 kg/E/Jahr
davon: Hausmüll 190,8 kg/E/Jahr 192,3 kg/E/Jahr 191,7 kg/E/Jahr 185,6 kg/E/Jahr
Sperrmüll 66,2 kg/E/Jahr 64,4 kg/E/Jahr 62,3 kg/E/Jahr 55,3 kg/E/Jahr
Bioabfälle (Summe) 35,0 kg/E/Jahr 34,8 kg/E/Jahr 38,8 kg/E/Jahr 39,8 kg/E/Jahr
davon: Biotonne 17,3 kg/E/Jahr 18,8 kg/E/Jahr 22,1 kg/E/Jahr 23,8 kg/E/Jahr
R-Höfe (Bio) 14,5 kg/E/Jahr 12,9 kg/E/Jahr 13,5 kg/E/Jahr 12,6 kg/E/Jahr
Strauch- u. Astwerk 1,0 kg/E/Jahr 1,1 kg/E/Jahr 1,2 kg/E/Jahr 1,3 kg/E/Jahr
Laub 1,6 kg/E/Jahr 1,4 kg/E/Jahr 1,4 kg/E/Jahr 1,5 kg/E/Jahr
Weihnachtsbäume 0,6 kg/E/Jahr 0,6 kg/E/Jahr 0,7 kg/E/Jahr 0,7 kg/E/Jahr
Glas 20,0 kg/E/Jahr 19,2 kg/E/Jahr 19,7 kg/E/Jahr 18,9 kg/E/Jahr
Papier 62,4 kg/E/Jahr 68,4 kg/E/Jahr 65,2 kg/E/Jahr 62,6 kg/E/Jahr
Leichtverpackungen (LVP) 21,2 kg/E/Jahr 21,7 kg/E/Jahr 22,5 kg/E/Jahr 22,8 kg/E/Jahr
Elektro/Elektronik-Schrott 9,4 kg/E/Jahr 7,5 kg/E/Jahr 7,4 kg/E/Jahr 8,5 kg/E/Jahr
Altkleider 2,1 kg/E/Jahr 2,0 kg/E/Jahr 1,6 kg/E/Jahr 1,7 kg/E/Jahr
Schrotte auf d. Recyclinghöfen 1,9 kg/E/Jahr 1,7 kg/E/Jahr 1,8 kg/E/Jahr 1,4 kg/E/Jahr
 
Stadt Wuppertal 350.849 Einwohner 348.599 Einwohner 348.093 Einwohner 347.945 Einwohner

Zur obigen Aufstellung ist anzumerken, dass die AWG im Rahmen der Sammlung von Elektroaltgeräten bzw. Elektroschrott, beginnend im Jahre 2012, ihre Sammelbemühungen durch die Aufstellung von ca. 420 Sammelcontainern an den Wertstoffsammelplätzen im Stadtgebiet wesentlich intensiviert hat - diese Intensivierung der Sammlung dokumentiert der Anstieg der Sammelmenge „Elektro/Elektronik-Schrott“ - eine Steigerung, die für die Wuppertaler positive (steigende) Auswirkungen auf die - die Abfallgebühren letztlich reduzierenden - Nebenentgelte der Sammlung hat.

Überregional betrachtet erzielte Wuppertal mit den Sammelmengen für Elektro- bzw. Elektronikschrott und Elektroaltgeräten mit ca. 8, 5 kg pro Einwohner und Jahr ein bundesdeutsches Spitzenergebnis, wobei das Elektro-/ Elektronikschrottgesetz eine durchschnittliche Sammelquote von 4 kg/Einwohner/Jahr fordert. Im Detail zeigen die Sammelergebnisse aber auch, dass die professionell organisierten - spätestens seit dem Inkrafttreten des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes im Sommer 2012 - weitestgehend illegalen und gesetzeswidrigen Schrottsammlungen Dritter und das systematische Durchsuchen der Sperrmülls - trotz aller durchaus nicht ohne Wirkung bleibenden Bemühungen der AWG - letztendlich dennoch einen Niederschlag in den Mengenbilanzen finden. Diese Handlungen sind ökologisch verwerflich und wirtschaftlich ein tiefer Griff in die Tasche der Gebührenzahler.

Die komplette Abfallbilanz können Sie im PDF-Format hier downloaden: Abfallbilanz 2004 (PDF-Format)

Stand: 18.11.2017